Reisebericht Mein Schiff 6

Reisebericht Mein Schiff 6


Veröffentlicht am 06.08.2019

Der etwas andere Reisebericht von den 

"Mehr als drei Schiffe werden nicht gebaut" versprach noch vor 5 Jahren der TUI Cruises Außendienstler auf unserem Kreuzfahrtabend. Gemäß dem Motto "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" war es nun soweit und wir wurden berufen uns das mittlerweile sechste Flottenmitglied etwas genauer anzuschauen. Für so etwas stellten sich die Kreuzfahrthelden natürlich immer gerne Verfügung und machten uns auch prompt an die Reiseplanung unseres Bildungsurlaubs...

Abfahrt der maritimen Schönheit war am Sonntag ex Hamburg und Ankunft am übernächsten Tag in Kiel. Erst am Sonntag in die Elbmetropole zu reisen kam für uns überhaupt nicht infrage, da waren wir uns schnell einig- wo blieb denn da der Spaß?! War die Hansestadt doch prädestiniert dafür, sich Samstagsabends mal gepflegt ins Getümmel zu stürzen und das ein oder andere Kaltgetränk zu sich zu nehmen. 

Das East Hotel, direkt neben der Reeperbahn erwies sich als idealer Ausgangspunkt für unser feucht fröhliches Vorhaben. Schnell war der Large Room mit sonntäglichem Brunch und standesgemäßen Porsche Shuttle vom Airport gebucht! Die Sache nahm langsam Formen an.

Leider verzögerte sich der Abflug von Düsseldorf aufgrund schwerer Unwetter und die Karenzzeit unseres Zuffenhausener Taxis war dahin. Egal, ein bisschen Schwund ist immer. Morgen früh würde uns der Schwaben Express ja zum Cruise Center bringen. 

Die Dame am Check In im East hieß uns freundlich und perfekt gestylt willkommen. Einzig ihr geschmackvolles T-Shirt trug etwas eng auf, was aber nicht unangenehm auffiel... Wir nahmen unsere Key Cards entgegen, bedankten uns höflich bei den Dreien und machten uns auf den Weg zu unserem Zimmer.

"Pralle Damen auf der Herbertstrasse" 

Nach einer kurzen Katzenwäsche und mittlerweile schwerer Unterhopfung verließen wir unser Domizil und sorgten beim Türken unseres Vertrauens mit einem ordentlich fetten Essen für die passende Grundlage des Abends. Nachdem wir unser anatolisches Festmahl verschlungen hatten, machten wir uns auf und schlenderten entspannt über die prall gefüllte Reeperbahn. Nicht nur die Straße war prall gefüllt, auch den überaus netten Damen der Herbertstrasse konnte man diese Eigenschaft ohne Vorbehalt attestieren. Da unsere nicht ganz ernst gemeinten Gegenangebote dort auf wenig Verstandniss stießen und unsere Unterhopfung stetig voranschritt, entschlossen wir uns zur schnellen Rückkehr in unser Hotel. Die absolut stylische Hotelbar des East war bestens besucht und wir ergatterten uns einen netten Platz mit guter Aussicht. Der Barkeeper tat sein Bestes für
unsere Spesenrechnung und wir genossen den Abend mit Vorfreude auf die Mein Schiff 6.

"Thomapyrin"

Ein dumpfer, pochender Kopfschmerz und das gurgelnde Schnarchen meines Bettnachbarn entließen mich eindeutig zu früh aus meinem Schlaf... Ich reagierte mit einem ordentlichen Schluck Selters mit Thomapyrin und schlurfte Richtung Fenster. Frische Luft durchströmte meine Lungen während ich beobachtete wie die letzten Alkoholleichen grölend und Mülltonnen umhertretend durch die Straße zogen. Ein ganz normaler Morgen auf der Reeperbahn dachte ich mir und machte mich für unseren Brunch fertig.

"Weißwurst zum Frühstück"

Das Frühstücksbuffet war reichhaltig und von hervorragender Qualität. Besonders freute ich mich über die leckeren Weißwürste - würden die mich doch um Längen nach vorn bringen an diesem Morgen! Ich zuzelte vergnügt an der bayrischen Spezialität während mein osmanischer Begleiter begann, sich leicht angewidert von mir abzuwenden. So ein Banause...
Wir genossen weiter unser Frühstück und freuten uns auf die bevorstehende Minikreuzfahrt als wir weit entfernt ein leises Grummeln vernahmen. Gewitter war für heute nicht angesagt, also konnte dieses Geräusch nur unser annahender V8 aus Stuttgart-Zuffenhausen sein. 

Das schmiegsame Kalbsleder unserer klimatisierten Einzelsitze duftete herrlich, während der Chauffeur uns gekonnt und zügig durch die Straßen Richtung Cruiseterminal pilotierte. Konnte man sich glatt dran gewöhnen.

"Wir schifften uns ein und gingen dann auch an Bord..."

Von weitem sichtbar dann lag Sie da - Die Mein Schiff 6! 295 Meter purer Luxus. 66 Meter hoch, 35 Meter breit und Platz für knapp 2500 glückliche Gäste.
Nach einem überaus herzlichen La Ola Empfang durch die TUICruises Mitarbeiter schifften wir uns ein und gingen danach auch direkt an Bord...
Nachdem wir unsere Innenkabine mit Balkon bezogen und unsere Habseligkeiten verstaut hatten, steuerten wir
zielstrebig die Poolbar auf Deck 12 an und begannen unverzüglich mit dem Studium des Premium Alles Inklusive Angebotes. Wir waren ja schließlich nicht zum Spaß hier und mussten tun, was getan werden muss bzw. von uns verlangt wurde. Außerdem verspürte ich noch immer einen leichten Kopfschmerz, den es nun galt endgültig abzustellen.

"Läuft bei uns"

Wir suchten uns einen sonnigen Platz rund um den 25 Meter Pool und genossen mit kühlen Drinks bei schönstem Kaiserwetter die Atmosphäre unseres schwimmenden Palastes. Wie war das noch mit dem Wohlfühlschiff!?..Bis hierhin jedenfalls keine Einwände der Kreuzfahrthelden. So schien es auch unseren Mitreisenden zu gehen, die sich nach und nach rund um den Pool niederließen und es uns gleich taten. Bei genauerer Betrachtung bemerkten wir jedoch schnell ein gewisses Ungleichverhältnis - Stichwort Frauenquote! Von Männerüberschuss konnte hier nun wirklich keine Rede sein. Auf diesen Schreck orderten wir schnell eine neue Runde Kaltgetränke und prosteten uns mit einem jovialen "Läuft bei uns" selbstloben zu!

"Routiniers"

Ein paar Drinks später wurden wir herzlich von zwei alten Bekannten begrüßt, die ebenfalls an dieser Bildungsreise teilnahmen. Nennen wir sie an dieser Stelle mal Andreas und Orhan. Beides gute Männer mit viel Routine am Glas. Das Gastgeschenk der Beiden, zwei kühle Flaschen Corona, nahmen wir dankend an und es ertönte das zweite "Läuft bei uns". Nun allerdings im Quartett.

"Abfahrt"

Mit so langsam ordentlich Atü auf dem Kessel, genossen wir weiter das herrliche Wetter auf unserem Wohlfühlschiff und freuten uns auf das bevorstehende Ablegemanöver. Zuvor stand aber noch die offizielle Begrüßung durch CEO Wybcke Meyer auf dem Programm die, nach Ihren warmen Worten, auch gleich auf das Showprogramm der Flying Steps überleitete. Ob Headspin, Airflare oder Baby-swipe, die Jungs und Mädels der Breakdance Truppe hauten raus was ging während sich unser Schiff unter lautem Typhoon gehupte in Richtung Nordsee aufmachte. 

"Läuft schon wieder bei uns"

5 Bier sind zwar auch n Schnitzel, aber so langsam meldete sich dann doch der leichte Hunger bei uns und wir folgten der Meute in Richtung des a la Carte Restaurant Atlantik. Der höfliche Maitre geleitete uns galant an einen geschmackvoll dekorierten Tisch für Sechs. Sechs? Andi sah zwar schon doppelt, aber zählen konnten wir noch. Still und heimlich hatten sich zwei ansehnliche Expedientinnen an unsere Fersen geheftet und sich zwei Plätze an unserem Tisch gesichert. Wir beglückwünschten die beiden Grazien zu ihrer Entscheidung und stießen gemeinsam mit einem kühlen Glas Lacroix de Migrän auf den gemeinsamen Abend an. "Läuft bei uns" erhallte es nun im Sextett durchs Restaurant.

Während die Mein Schiff 6 langsam an den prunkvollen Villen in Hamburgs Edelviertel Blankenese vorbeizog genossen wir die kulinarischen Köstlichkeiten unseres Schlemmer- und Vitalmenüs. Andi jedoch hatte mittlerweile mehr Geschmack am gereichten Rebensaft gefunden als an den servierten Leckereien und pallierte daher nicht mehr ganz so sattelfest in die Runde. Die Stimmung am Tisch war indes mindestens so bombastisch wie das Menü und Andi drehte derweil richtig an der Stimmungschraube. Dies blieb nicht unbemerkt und manch Langweilerrunde von den Nachbartischen warf uns den ein oder anderen neidischen Blick zu.

Kannst du tanzen? Dann tanz ab!!

Satt und gut gelaunt verließen wir das Restaurant und schlenderten gemächlich über die Decks des neuen Ozeanriesen und begutachteten die Räumlichkeiten. Nachdem wir unser 5 Gang Menü einigermaßen verdaut hatten, bestiegen wir den  Aufzug und freuten uns auf die Abtanzbar auf Deck 10. Während der Fahrt hauten wir einen Flachwitz nach dem anderen raus und erntetet von unseren Mitfahrern jedoch nur ein genervtes Augenrollen...Da wir uns alle alkoholtechnisch mittlerweile auf der Überholspur befanden, war uns das aber herzlich egal und wir kicherten lustig in uns hinein....

Die Abtanzbar machte Ihrem Namen alle Ehre und war mindestens so voll wie wir. Wo man nur hin sah, bewegten feierwütige Expendientinnen Ihre teilweise ansehnlichen Körper gekonnt zur Musik. Wir mischten uns eilig unter die wogende Masse und tanzten uns in Flying Steps Manier das Abendessen ab. Ob zu Snap, Haddaway oder Robbie Williams, wir machten einfach eine gute Figur und begaben uns nach einer ganzen Weile schwitzend und durstig zur nächsten Bar. Zügig erhielten wir unsere Drinks und im Nu war auch der Puls wieder auf normal Level.

Nach einigen weiteren, mitunter gewagten Dance Einlagen klopfte bei Andi der kleine Hunger an und schlug uns vor, vielleicht einen kleinen Mitternachtssnack zu sich zu nehmen. Gute Idee, schließlich hatten wir bisher nur ein Restaurant in Augenschein nehmen können. Unter tosendem Applaus verließen wir die Disse und steuerten das Tag & Nacht Bistro an.

"Fingerfood"

Die Auswahl des "Bistro`s" hätte jedem Restaurant an Land gut zu Gesicht gestanden, so reichhaltig war die Auswahl. Unser Promille Andi hatte Lust auf tote Kuh und entschied sich weltmännisch für den russischen Klassiker Boeuf Stroganoff.... Der Verlust seiner feinmotorischen Fähigkeiten war jedoch schon so weit vorangeschritten, dass er sich sein lauwarmes Menü ohne Mithilfe von Messer und Gabel zuführen musste.
Mit glasigem Blick langte er in die gerahmten Filetstreifen und stillte genüsslich seinen zweiten Hunger während ihm Bäche von Soße die Wangen hinab liefen. Der Anblick war verstörend und ich betrachtete Özer`s Reaktion auf mein Weisswurstgezutzel am Morgen nun in einem anderen Licht. Da die Crew mittlerweile auf dem trockenen saß, wendetet ich mich ab und organisierte lieber noch eine Runde vom mexikanischen Gerstensaft.

Satt und gut gelaunt machten wir einen Verdauungsspaziergang durch unser Wohlfühlschiff und begutachteten dabei die weiteren Räumlichkeiten bis unser Rundgang wieder in der Abtanzbar endete. Irgendwie war Andi auf dem Weg verloren gegangen und auch der Rest des Quartetts strich alsbald die Segel und zog sich angeschlagen in die Gemächer zurück. Morgen war schließlich auch noch ein Tag.

"Nespresso, What else?"

Nach der obligatorischen Morgen-Thomapyrin  musste erstmal ein Tässchen Kaffee her und ich belud unsere Nespresso-Maschine mit einem Lungo Vivalto. "What else" dachte ich mir und saß George Clooney gleich auf unserem Balkon, genoss mein Heißgetränk und sog die frische Seeluft in mich auf.

Da Özer noch friedlich Augenpflege betrieb, machte ich mich allein auf zum Frühstück und stillte mein Hüngerchen mit vielen Leckereien im Anckelmann`s Platz. Satt und zufrieden kehrte ich auf die Stube zurück - und siehe da, Dornröschen war auch endlich aufgewacht und restaurierte sich im Bad. Da dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen würde, verabredeten wir uns für später an der Poolbar, wo sonst..

Langsam aber sicher trudelten die Protagonisten des vergangenen Tages ein und man ließ die Ereignisse des Vorabend bei einem kühlen Konterbier Revue passieren. Andi lief noch etwas auf Standby und war für den gereichten Hopfentee überaus dankbar. Derweil wurden am Poolbereich eifrig Vorbereitungen für den Aktionstag in Form eines Rummelplatzes getroffen. Lustige Buden und Spielstationen reihten sich dicht an dicht um den großen Pool. Mittlerweile wieder auf Betriebstemperatur starteten wir einen kleinen Spaziergang und inspizierten die aufgebauten Stände.

Da der Beginn des Events noch etwas auf sich warten ließ und zudem der zweite Hunger anklopfte, beschlossen wir einstimmig den Besuch des GOSCH Sylt auf dem Aqua Deck.
Wir bezogen einen Tisch an Deck und starteten unseren Lunch mit einem hervorragenden Krabbencocktail.
Da Fisch bekanntlich schwimmen muss, schenkte unser privater Sommelier Andi auch sofort einen spritzig trockenen Chateau Barack in die Runde. Die Gläser klirrten und wir genossen weiter die Früchte des Meeres mit Blick auf Selbiges.

V.S.O.P. und Kicker

Mittlerweile war der Edutainment-Rummel am Pooldeck im vollen Gange und wir mischten uns unter die wissensdurstigen Expedienten. Die Mischung als Spaß, Spiel Informationen rund um die Mein Schiff Flotte bereitete kurzweilige Freude und Unterhaltung.

Allerdings meldetet sich schnell wieder ein anderer Durst und wir begaben uns flott unter Deck und hielten in der einladenden Lumas Bar inne. Der nachmittäglichen Uhrzeit entsprechend,orderten wir einen doppelten Espresso nebst feinen V.S.O.P. Wir ließen wirklich garnichts aus....

Leicht angezündet zogen wir weiter und entdeckten am Teensclub einen vereinsamten Kickertisch. Ohne weitere Worte stürzten wir uns an das Gerät und stellten den Zähler auf Null. Kurz darauf entbrannte ein heißer Fight der schnell einige Zuschauer anlockte. Wie in guten alten Jugendzentrum-Zeiten schlugen wir uns die Bälle um die Ohren und begeisterten die jubelnde Menge. Leider verloren Özer und ich am Ende dieses epische Match denkbar knapp mit 2-10.... Dennoch verabschiedete uns die Menge mit Standing Ovations und wir gratulierten fair den verdienten Siegern.

Nach der Autogrammstunde ließen wir uns zur Nachbetrachtung des Spiel´s auf dem Sonnendeck nieder und genossen die klare Seeluft am Skagerrak. Getränketechnisch zog es uns eher in die Karibik und stießen mit einer Runde Cuba Libre auf die Sieger an.

Das Essen nahmen wir an diesem Abend im Buffetrestaurant "Anckelmannsplatz" ein. Das Angebot war schmackhaft und reichhaltig - aber kein Vergleich zum Atlantik, dass die deutlich schönere Atmosphäre besitzt.
Leicht angeschlagen reduzierten wir unseren Konsum etwas und genossen das Essen mit Blick auf die See.

Den letzten Abend unserer Reise ließen wir dann in netter Runde bei grandioser Livemusik der Band KING KAMEHAMEHA CLUB ausklingen. Wieder enterten wir die Tanzfläche und boten der staunenden Menge noch einmal unsere spektakulären Tanzkünste. 

Wehmütig verließen wir am nächsten Morgen unser mittlerweile liebgewonnenes Domizil in Richtung Heimat und sind unserem Außendienstler dankbar, dass er seinerzeit nicht Wort gehalten hat und im Januar 2019 mit der "Neuen Mein Schiff 2" ein Ende der Wohlfühlflotte nicht in Sicht ist!

 


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